Finanzanalytische Einordnung der Renditequellen

Zeit- und Risikoprämien

Wie jede Anlage werden Anteile geschlossener Fonds auf dem Zweitmarkt im Regelfalle so „gepreist", dass zumindest eine Zeitprämie für die Überlassung der eingesetzten Mittel sowie eine darüberhinausgehende Prämie für die mit einer Fondsanlage jeweils verbundenen Risiken gegeben ist [vgl. Privatfinanz § 13*].

 

Illiquiditätsprämien

Zudem offenbaren Anteile geschlossener Fonds auf dem derzeitigen Zweitmarktpreisniveau aber eine erhebliche zusätzliche Prämie, die man im Vergleich zu risikoäquivalenten, hochliquiden börsengehandelten Wertpapieren als Illiquiditätsprämie interpretieren darf [vgl. Privatfinanz § 17*]; also als Renditeprämie, die der Markt dafür gewährt, dass die mit einem Fondsanteil eingegangene Anlage nicht sogleich mit geringem Aufwand wieder veräußerbar wäre. Das der Anlage immanente Veräußerungserschwernis ist also offensichtlich ein erheblicher Quell zusätzlicher Rentabilität, die jene Investoren gleichsam beiläufig vereinnahmen, denen es gerade nicht auf eine quasi sekündliche Verkäuflichkeit über eine Wertpapierbörse ankommt.

 

Liquidationsgewinne

Zuweilen werden geschlossene Fonds liquidiert, das heißt, die Fondsgeschäftsführung veräußert sämtliche Vermögensgegenstände, begleicht allfällige Verbindlichkeiten aus der Fondsliquidität, kehrt die verbleibenden Zahlungsmittel an die Fondsgesellschafter aus und erlöscht die Fondsgesellschaft. Weil die Anteile geschlossener Fonds auf dem Zweitmarkt häufig zu Preisen unterhalb ihres quotalen Liquidationswertes gehandelt werden, sind Liquidationsvorgänge für Zweitmarktinvestoren oftmals (für Erstmarktinvestoren manchmals) mit entsprechenden Gewinnen verbunden. Spezielle Investmentstrategien auf dem Zweitmarkt zielen gerade auf die Vereinnahmung solcher Liquidationsgewinne ab.

 

Veräußerungsgewinne

Bei einem Anstieg des Preisniveaus auf dem gesamten Zweitmarkt oder für einzelne Fonds können Anteile auch wieder mit Gewinn veräußert werden, sei es während der laufenden Portfoliobewirtschaftung oder im Zuge einer Beendigung des Zweitmarktengagements (Portfolioverkauf).

 

Marktineffizienzen?

Womöglich birgt der Markt für Anteile geschlossener Fonds Bewertungsineffizienzen, die sich in zu hohen, aber auch zuweilen in entsprechend „zu niedrigen" Preisen entladen können, was renditeerhöhend wirkt [vgl. Privatfinanz § 15*].

 

 

 

* Stark, Grundsätze zur Privatfinanz.



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